Montag, 11. April 2016

[Babyschnack] Wie ich Mutter wurde - Mein Geburtsbericht

Hallo ihr Lieben,

ab heute gibt es hier eine neue Rubrik, die den Baby Stuff ergänzen wird - den Babyschnack!
An jedem zweiten Montag im Monat werden fortan Diana, Hanna und ich ein bestimmtes Thema rund um Schwangerschaft, Baby und Muttersein aufgreifen.

Wie ihr wisst, habe ich im November einen Sohn bekommen. Diana ist im Dezember Mutter einer Tochter geworden und Hanna bekam im Februar einen kleinen Jungen, sodass wir etwa zeitgleich ähnliche Erfahrungen mit unseren Babies machen.

Starten möchten wir mit dem Tag X, der uns von Schwangeren zu Müttern machte - der Geburt unserer Kinder.

Um eins vorweg zu nehmen - ich würde die Geburt des Käuzchens als sehr schönes, spannendes, aber auch entspanntes Erlebnis bezeichnen, das in keinster Weise traumatisch war.



Die Ausgangslage

Nachdem meine Schwangerschaft ja schon überaus unkompliziert verlief und ich bis auf die abendliche Übelkeit bis zur 24. Woche und das Sodbrennen in den ganzen 41 Wochen eigentlich keinerlei Beschwerden oder Probleme hatte, bin ich auch das Thema Entbindung sehr gelassen angegangen. Meine einzigen Ängste waren, dass die Geburt eingeleitet werden müsste oder ich eine PDA oder einen Kaiserschnitt brauchen würde, was ich auf keinen Fall wollte. Mehr hatte ich nicht geplant, weil man das bei einer Geburt ja eh nicht kann - wenn man noch keine mitgemacht hat, weiß man nicht, was einen erwartet, und wenn man schon ein Kind zur Welt gebracht hat, ist es beim nächsten garantiert ganz anders.

Als der errechnete Entbindungstermin verstrichen war und das Baby immer noch keinerlei Anzeichen machte, bald das Licht der Welt erblicken zu wollen, resignierte ich etwas, und am 7. bzw. 8. Tag nach dem ET meinten sowohl meine Gynäkologin als auch ihr Vertreter, dass eine Einleitung unumgänglich sei, weil sehr schnell die Fruchtwassermenge zurück gegangen und meine Plazenta zu stark verkalkt sei, um noch eine weitere knappe Woche auf den natürlichen Beginn der Geburt zu warten.
Also biss ich in den sauren Apfel und machte mich am nächsten Morgen, einem Samstag, mit meinem Mann ganz entspannt auf den Weg in die Geburtsklinik unserer Wahl, um einleiten zu lassen.

Die Einleitung

Zuerst einmal wurde ich von einer Hebamme ans CTG angeschlossen, damit geschaut werden konnte, wie es dem Baby geht und ob nicht doch schon Wehen da sind. Danach folgte eine Untersuchung durch einen Arzt, bei der plötzlich gar nicht mehr alles so dramatisch aussah. Ich vertraute dann aber doch meiner Gyn und dachte, wenn ich schon mal da und darauf eingestellt bin, das Kind an diesem Wochenende zu kriegen, ziehe ich das auch durch.

Ich bekam dann die erste Tablettendosis und wurde wieder ans CTG angeschlossen, um eine etwaige Wehentätigkeit durch die Einleitung zu beobachten. Die blieb natürlich aus, mit etwas anderem hatte ich auch nicht gerechnet. Denn dass die Geburt eingeleitet wird (durch Tabletten, Gel oder einen Tropf) heißt nicht, dass es dann auch sofort losgeht - vielmehr soll der Körper durch die Gabe von Medikamenten angeregt werden, selbst Wehen zu "produzieren" und das dauert - oft einige Tage. Manchmal passiert bis auf Vorwehen auch gar nichts, was einen Kaiserschnitt zur Folge hat. All diese Geschichten kenne ich aus meinem Bekannten- und Verwandtenkreis.
Nachdem ich also eine Stunde ergebnislos am CTG hing, wurde ich abgestöpselt und auf die Entbindungsstation geschickt, um mein Zimmer zu beziehen und Mittag zu essen. Für den Gatten gab es nichts, weswegen er noch mal losfuhr, um sich selbst zu versorgen.
Zum Essen schaute ich eine Folge Downton Abbey auf dem Tablet, denn mir war mittlerweile unglaublich langweilig - es passierte ja nichts und eine Zimmernachbarin hatte ich auch nicht.

Um 14.30 Uhr bekam ich dann eine weitere Tablette. Wieder ging's davor und danach ans CTG, und während mein Mann die ganze Zeit nervös auf das Gerät schielte, nutze ich die Zeit zum Lesen, wie auch schon am Vormittag. Was sollte ich auch die Decke anstarren! Und wann ich danach wieder so viel Ruhe und Zeit für mich hätte, wusste ich ja auch nicht.
Da immer noch nichts passierte und ich vom langen Liegen in der gleichen Position (dachte ich zumindest!) Rückenschmerzen bekam, gingen wir eine Runde spazieren, das Wetter hatte sich für Ende November ganz gut gehalten.

Zurück im Krankenhaus bummelten wir noch etwas auf der Station herum; unglücklicherweise musste ich genau zur Abendbrotzeit wieder runter in den Kreißsaal zur nächsten Tablettengabe. Sehr, äh, überraschend für mich machte ich mir da natürlich meine Gedanken, wie ich zu meinem wohlverdienten Essen kommen würde, beschloss dann aber, das anschließend nachzuholen, da ich davon ausging, dass auch diese Tablette folgenlos bleiben und es dann erst am nächsten Tag weiter gehen würde.

Es geht los!

Kaum hing ich wieder am CTG, merkte ich ein leichtes Ziehen im Bauch, das sich zu meinen anhaltenden Rückenschmerzen, gegen die auch der Spaziergang nicht geholfen hatte, gesellte. Kann man ja alles auf die Einbildung und nicht auf die Wehen schieben - die würden ja eh noch auf sich warten lassen, worin mich auch die Hebamme bekräftigte (ich hatte ja auch noch von keiner Einleitung gehört, die in wenigen Stunden angeschlagen hatte). Also gab's um 18.30 Uhr die letzte Tablette des Tages (hätte diese nicht gewirkt, wäre bis zum nächsten Morgen pausiert worden, damit ich in der Nacht Kraft für den nächsten Tag hätte sammeln können) und zack - wurden auch die Schmerzen stärker. Noch erträglich genug, um weiter lesen zu können, aber quasi sofort im 2-Minuten-Rhythmus. Als ich dann um kurz nach 7 ein innerliches Ploppen wahrnahm und überlegte, ob denn nun die Fruchtblase geplatzt sei oder nicht, wurde mir dann doch etwas komisch, weil die Sache langsam ernst wurde.

Die Hebamme, die mich vom CTG abstöpselte, damit ich zur Toilette wanken konnte, war dann auch leicht überrascht, dass es so plötzlich losging und der Muttermund schon knapp 3 cm geöffnet war. Da die magische Stunde am CTG aber noch nicht herum war, musste ich nochmal ans Gerät, was dann nicht mehr ganz so lustig war. Vor allem, weil der Wehenschreiber nicht stärker ausschlug als die Male vorher (nämlich so gut wie gar nicht) und das Rumliegen nun wirklich ätzend wurde. Gegen 20 Uhr war das dann aber auch zu Ende und die Hebamme meinte, wir könnten ja nochmal auf die Station gehen, sie würde den Kreißsaal vorbereiten.
Mir fiel mein Abendessen wieder ein (verschenkt wird nix!), und die Kliniktasche mit dem nötigen Geburtszubehör wie dicken Socken, Igelball, Dinkelkissen und zweitem Oberteil, falls ich in die Gebärwanne springen wollen würde, sowie die Kamera, um direkt nach dem Schlüpfen ein Bild unseres Babys machen zu können, stand ja noch im Zimmer.

Außerdem regt Bewegung ja die Wehentätigkeit an, und da ich keinesfalls wollte, dass die wieder aufhört, stiefelten wir die Treppe ins nächste Stockwerk zur Entbindungsstation hoch. Das entpuppte sich dann unterwegs doch nicht mehr als so gute Idee, denn Laufen wurde quasi im Minutentakt immer schwieriger und die Pausen zwischen den Wehen (während derer ich mich nicht bewegen konnte) kleiner.

Irgendwann waren wir dann oben, ich organisierte mir mein Essenstablett, stellte aber fest, dass ich mir jetzt doch keine Wurststulle hinterschieben konnte und verschlang statt dessen einen Fruchtjoghurt. Nicht ganz einfach, wenn man keinen Löffel mehr halten kann, weil die Hände so zittern, aber dazu hatte ich ja meinen Assistenten (sprich: meinen Mann) dabei. Der schmierte mir dann auch auf expliziten Wunsch ein paar Stullen, falls es im Kreißsaal länger dauern und ich Hunger leiden würde und aß selbst noch nebenbei, während ich über dem Tisch hing und vor mich hin wehte. Die Rückenschmerzen waren jetzt so schlimm, dass ich nicht mehr gerade stehen konnte.
Ich befand dann, dass es nun doch Zeit sei, um in den Kreißsaal zu gehen, ließ die Tasche holen und stellte fest, dass ich die Treppe in diesem Leben nicht mehr runterkommen würde; schon der Weg zum Fahrstuhl (20 Meter) stellte ein Problem dar. So brauchten wir auch für die etwa 50 Meter Weg vom Fahrstuhl bis in den Kreißsaal über eine halbe Stunde. Es war mittlerweile 21.15 Uhr und die Nachtschicht hatte Einzug gehalten.

Es wird ernst

Die Rückenschmerzen waren jetzt unerträglich und ich hing über einem der bauchhohen Schränke, weil ich mich an irgendwas festhalten musste und stimmte der Hebamme begeistert zu, als sie mich fragte, ob ich ein Schmerzmittel wolle. Während sie Vorbereitungen dazu traf, stürzte ich mich auf den Gebärhocker (soweit man in meinem Tempo stürzen konnte) und dachte, ich hätte damit und mit meinem Mann, der mir den Rücken stützte, eine gute Position gefunden, um die nächsten Stunden durchzustehen. Allerdings wurde ich immer ungeduldiger, weil ich das Schmerzmittel nicht bekam, bis die gute Frau erklärte, dass ich das nur im Liegen - auf dem Bett - bekäme, falls mir schwindlig werden würde.
Liegen war zwar so ziemlich das letzte, was ich in diesem Moment wollte, aber die Medis wollte ich unbedingt. Es dauerte dann wieder eine Weile, bis ich fluchend auf dem Bett angekommen war und mich auf der rechten Seite positioniert hatte; wirklich bequem war es nicht, aber bequem ging zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr. Außerdem war mit mittlerweile kotzübel und ich hatte abwechselnd Schweißausbrüche und Schüttelfrost.

Dann stellte die Hebamme fest, dass sie in dieser Position kein CTG schreiben konnte, weil das Baby nämlich mit dem Rücken dort lag (2. Schädellage) und die Herztöne so nicht abhörbar waren. Unter Protest habe ich mich auf die andere Seite gewälzt, was die Schmerzen um ein Vielfaches verschlimmert hat - aber was tut man nicht alles! Zum Glück saß mein Mann an meiner Seite (wenn er nicht ständig auf mein Kommando losrennen und mir eine Wasserflasche nach der anderen oder dicke Socken holen musste) und gab seinen Arm zum Drücken her, denn das einzige, was ein bisschen gegen die Schmerzen geholfen hat, war, wenn ich mich während der Wehe gegen ihn gestemmt habe. Die intravenös verabreichten Schmerzmittel hätte ich mir schenken können, denn sie wirkten rein gar nicht.
Glücklicherweise schlug die Hebamme aber noch den Einsatz von Wehenhemmern vor, da sie dann doch merkte, dass die Wehen wohl recht stark waren, auch wenn der Wehenschreiber immer noch nichts angezeigt hat (und ich hatte schon begonnen, an mir und meiner Wahrnehmung zu zweifeln!). So kam zu meiner Übelkeit und den Schweiß- bzw. Zitterausbrüchen noch Herzrasen, aber wenigstens wurde der Schmerz etwas erträglicher und die Abstände zwischen den einzelnen Wehen soweit spürbar, dass ich zwischendrin auch mal durchatmen konnte. Eines der Dinge, die mir bei einer Einleitung immer Angst gemacht hatten war nämlich, dass man nicht wie bei einer natürlich einsetzenden Geburt Wehenpausen hat, sondern, wie meine Schwester es formulierte (bei der sich die Einleitung über Tage hinzog und die Geburt letztlich auch über viele Stunden), das Gefühl, als würde ein ICE mit 200 Sachen über Stunden ohne Unterlass über einen hinweg donnern.
In der Tat hatte ich das Gefühl, sobald eine Wehe abflaute, dass die nächste schon in den Startlöchern steht und der Schmerz nach wenigen Sekunden wieder einsetzt. Wenn das über lange Zeit hinweg der Fall ist, schlaucht das extrem.

Die Wirkung des Wehenhemmers hielt bei mir allerdings nicht allzu lange an, und nach der zweiten Dosis gegen 22.15 Uhr war ich dann doch gewillt, mir eine PDA legen zu lassen. Also kam die Hebamme mit einem 10-seitigen Formular an, das mein Mann ausfüllen sollte - zu meiner Krankengeschichte und dem sämtlicher Verwandter; hätte man ja auch nicht bei der Anmeldung in der Klinik Wochen zuvor ausfüllen können, nech?
Nach einer gefühlten Ewigkeit waren wir erst auf Seite 3 angekommen (ich konnte mich ja nicht sonderlich gut auf die Fragen konzentrieren und nur antworten, wenn der Schmerz kurz weniger wurde) und die Hebamme kam auf die Idee, erst mal zu untersuchen, ob eine PDA denn überhaupt noch sinnvoll sei. Und, Überraschung! Entgegen aller Erwartungen hatte sich der Muttermund während der letzten 3 Stunden komplett geöffnet (normalerweise veranschlagt man pro cm eine Stunde, und bei 10 cm dauert das dementsprechend). Deshalb meinte sie, dass wir die PDA dann doch nicht mehr bräuchten, weil der Kleine in spätestens anderthalb Stunden da sein würde und jetzt die "heiße Phase" losginge. Was für eine Erleichterung, damit hatte ich in keinster Weise gerechnet! Ich sah mich in Gedanken nämlich am Montag immer noch im Kreißsaal liegen, nicht zuletzt, weil der Wehenschreiber immer noch nichts anzeigte. Ich hatte schon Ängste ausgestanden - wie schlimm würde der Schmerz denn erst werden, wenn die Wehen in einigen Stunden "richtig" losgingen und der Schreiber entsprechend ausschlagen würde? Hätte man mir zuvor gesagt, dass da das Schlimmste schon hinter mir lag, hätte ich wohl etwas gelassener reagiert und die PDA PDA sein lassen und mich auf die Geburtsarbeit anstatt auf Formulare etc. konzentriert, aber wer ahnt das schon?

Wie auf Knopfdruck begannen dann auch die Presswehen und damit der leichte Teil der Geburt. Ich habe nur gefühlte 5x mitpressen müssen, bevor das Köpfchen draußen war - eine halbe Stunde, nachdem die Hebamme die Dauer auf längstens 90 Minuten geschätzt hatte.
Plötzlich waren alle Schmerzen vorbei und auch die Übelkeit ließ nach.


Da isser!

Mein Mann war jedenfalls völlig fertig und ich lag eher in "War was?"-Stimmung auf dem Bett, als mir unser Sohn auf die Brust gepackt wurde. Im Gegensatz zu dem Gefühl überschäumender Liebe, dass ja alle Welt in dieser Situation beschreibt oder erwartet, war es bei mir eher ein "Aha. Das ist also dein Baby. Sieht so fremd aus." Ich hatte keine Tränen in den Augen und wusste auch nicht recht, wie ich das Würmchen ansprechen sollte, und seinen Namen zu sagen, fühlte sich irgendwie seltsam an. Ist ja auch gewöhnungsbedürftig, so ein Menschlein zum ersten Mal zu sehen, auch wenn man es schon fast 10 Monate mit sich herum getragen hat!
Mein Mann hatte zuvor mit zitternden Händen die Nabelschnur durchtrennt, und nach einem kurzen Schrei war der Kleine ganz ruhig und hat mit großen Augen umher geschaut, immer mal wieder gegähnt und lag einfach da, als würde er auf das Warten, was als nächstes passiert.

Nachdem wir eine Weile so da lagen und mein Mann die ersten Fotos geschossen hatte, sollte es der Nachgeburt an den Kragen gehen. Der stolze Papa bekam seinen Sohn auf den Arm, während die Hebamme erfolglos an mir rumdrückte. Weil das Ding absolut nicht herauswollte, rief sie eine zweite Hebamme dazu; die eine drückte weiter auf meinem Bauch herum, während die andere an der Nabelschnur zog, immer noch ohne Ergebnis. Ich weiß nicht, wie lange das so ging, aber ich fand diese Schmerzen fast noch schlimmer als die Wehen, vor allem, weil sie nicht mal inne hielten, damit ich mich kurz sammeln konnte. Irgendwann bat ich dann, dass die drückende Hebamme aufhören möge, damit ich selbst mitpressen könne, und das klappte dann. Mit einem Platschen landete dann auch die Plazenta auf der Unterlage - dummerweise drehte mein Gatte genau in diesem Moment den Kopf dorthin und mit einem etwas angewiderten "Uäh!" gleich wieder weg. :-D (Ich habe mir das Ding dann übrigens aus reiner Neugierde angeschaut - wann bekommt man sowas schon mal zu sehen? Außerdem hat es mein Kind die ersten zehn Monate ernährt, da will ich auch wissen, wie das aussieht!)

Nachdem die Hebamme dann "aufgeräumt" und sauber gemacht hatte, sollte der Kleine untersucht werden, wobei mein Mann assistieren und auch die Armbändchen beschriften durfte, während mir die dienst habende Ärztin mit ihren Nähutensilien einen Besuch abstattete. Das war dann wieder kein Spaziergang, aber nichts im Vergleich zur Nachgeburt.
Danach bekam ich mein mittlerweile angezogenes Baby noch einmal zum Halten, und kurz nach 2.30 Uhr wurden wir dann aus dem Kreißsaal auf die Station gebracht - ich im Rollstuhl mit dem Baby auf dem Schoß. Dort musste sich mein Mann von uns beiden verabschieden, denn er durfte nicht in der Klinik übernachten.
Eigentlich hatte ich ambulant entbinden wollen und wäre wirklich am liebsten nach der Geburt aufgesprungen und gegangen (bis auf die zitternden Arme und Beine fühlte ich mich topfit), aber da sowohl die Hebamme als auch der stolze Papa Bedenken hatten, ließ ich mich dazu überreden, wenigstens noch bis Montag in der Klinik zu bleiben.

Ab auf die Station

So toll die Betreuung im Kreißsaal war (die wechselnden Hebammen tagsüber waren supernett und während der Entbindung hatten wie quasi eine 1:1-Betreuung, weil sehr wenig los war - die Hebamme hatte immer nur kurz den Raum verlassen, um etwas zu holen, und einen Arzt hatte ich nur zur Voruntersuchung und dann erst wieder zum Nähen gesehen), so nervig war es auf der Entbindungsstation.
Ich hatte mittlerweile eine Zimmernachbarin (ich hatte sie am Vormittag schreien hören, als ich das erste Mal am CTG hing), die mit ihrer kleinen Tochter zu schlafen versuchte. Allerdings bemühte sich die Schwester, die mich ins Bett brachte nicht, leise zu sein und gab mir kurz eine Anweisung, wohin und wie ich das Baby legen solle. Dann erklärte sie mir, wie ich das Baby zum Stillen anlegen sollte und zeigte mir zwei mögliche Positionen, während sie mich mit einer Infoflut überschüttete - wohlgemerkt nachts um 3! Als wäre man da noch aufnahmefähig... ich habe dementsprechend auch so gut wie nichts mitbekommen von dem, was sie gesagt hat. Außerdem durfte ich auch allein aufstehen, um zur Toilette zu gehen (sehr unüblich, wie ich gehört habe, da normalerweise die ersten Stunden immer eine Schwester mitgeht, kann ja sein, man klappt zusammen). Eine Stunde später platzte die Schwester wieder rein (ohne anzuklopfen oder leise zu sprechen) und warf mir das Namensarmband des Käuzchens mit den Worten zu, das sei im Kreißsaal vergessen worden umzubinden. Ich hatte zum Glück noch nicht geschlafen, sondern das Menschlein neben mir betrachtet, aber ganz ehrlich, das hätte auch warten können! Wohlgemerkt lag eine weitere Frau im Zimmer, die eine zwei Tage dauernde Geburt hinter sich hatte und einfach nur ein paar Stunden schlafen wollte!
Der Anweisung der Nachtschwester, zu klingeln, wenn ich den Kleinen stille, damit sie sieht, ob ich es richtig mache, bin ich dann auch nicht gefolgt - es hatte ja funktioniert und ich hatte keinen Bock auf so viel Stress mitten in der Nacht.

Als ich mich dann am darauf folgenden Tag selbst entließ, war man auch alles andere als begeistert - die Schwester, der ich das sagte, wurde pampig und die Ärztin, die die Abschlussuntersuchung machen sollte, zickte mich ebenfalls an. Da ich aber topfit war (soweit man das nach einer Geburt eben sein kann, wenn alles noch nicht wieder an seinem rechten Platz ist) und es dem Kleinen auch super ging, sind wir noch vor der U2 nach Hause gegangen, was die beste Entscheidung war, die wir treffen konnten. Zu Hause hatte ich wesentlich mehr Ruhe als in der Klinik, ich hatte meine vertraute Umgebung und meinen Mann an meiner Seite (und meine Mutter, die ihren Besuch für das Datum schon Wochen vorher angekündigt hatte). Meine Hebamme sah ebenfalls jeden Tag nach mir.

Bis auf die etwas ätzenden 36 Stunden auf der Entbindungsstation war ich superzufrieden damit, wie die Geburt über die Bühne gegangen ist und wirklich froh, dass ich quasi sofort wieder auf den Beinen war. Da ich nun weiß, wie der Hase läuft, würde ich beim nächsten Kind eine ambulante Geburt in Erwägung ziehen, wenn alle Begleitumstände es erlauben, aber das hat noch ein bisschen Zeit ;-)

Falls ihr schon Kinder habt - wie war es bei euch? Und wenn nicht: wie hättet ihr es denn gern? :-)

Kommentare:

  1. Ich finde es toll dass du deine Geschichte erzählst :)) Obwohl ich jetzt etwas Angst habe vor den schmerzen, will ich auch unbedingt Kinder haben!!

    Welches Buch hast du denn gelesen??

    Ich finde das Verhalten von der Station Schwester übrigens sehr frech und gemein... Gut wie du reagiert hast.

    Liebste grüße meine Süsse:-*** Auch an Mann und Kind.

    Müssen mal wieder Skype:)

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    1. Öh, welches Buch? Das weiß ich so im Nachhinein gar nicht mehr... :-D

      Liebste Grüße zurück! :-*

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  2. klingt nach einer zumindest halbwegs entspannten entbindung :) die einleitung ist ja echt schnell gegangen, meistens hört man da ja nur horrorstories. ich hatte zwar keine, aber dafür geschlagene drei stunden presswehen und war am ende völlig durch. dementsprechend war ich über die fünf tage krankenhausaufenthalt auch echt froh ^^.

    liebe grüße!

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    1. Püh, drei Stunden Presswehen, das ist auch ne Hausnummer!Ja, ich war ja auch total baff, dass das so schnell klappte - Glück gehabt! :-D
      Aber 5 Tage ist echt lang, ich glaube, hier behalten sie einen nur nach einem Kaiserschnitt oder bei anderen ungewöhnlichen Dingen so lange da...

      LG, OktoberKind :-)

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  3. Hey, interessant auch mal von anderen Müttern zu lesen wie die Geburt so verlief.
    Meine Schwangerschaft war auch total unproblematisch, weder Übelkeit, Pickel, oder was auch immer. Ich sah super aus und so ging es mir auch :)
    Ich habe auch nicht viel "geplant" für die Geburt. Ich wollte aber auf keinen Fall eine PDA und auch unbedingt ambulant entbinden. Hat auch beides so geklappt. Wehen kamen morgens um 5 und kurz vor 13 Uhr wr der kleine Schatz da. Wenn eine Schwangerschaft und Geburt immer so locker verlaufen, würde ich gleich das nächste Baby machen :D
    Naja locker ist das falsche Wort, die Schmerzen waren natürlich heftig, und genau wie bei dir, hat das Schmerzmittel rein gar nichts bewirkt. Aber als ich den kleinen Wurm dann im Arm hatte war das alles vergessen.
    Und auch dass ich nach der Geburt gleich nach Hause bin, war das beste was ich machen konnte. So hatten wir unsere Ruhe und einfach nur uns <3

    Liebe Grüße,
    Swantje

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    1. Wow, Respekt! Mir haben irgendwie alle von einer ambulanten Entbindung abgeraten, weil es das erste Kind war - ich wisse ja gar nicht, was ich "ohne Anleitung" allein mit ihm zu Hause machen sollte... Tja, beim nächsten weiß ichs :-P

      LG, OktoberKind :-)

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  4. Ich muss gerade ein bisschen Schmunzeln... ich habe mich nach der Geburt des 1. Kindes auch selbst entlassen, weil ich alles so furchtbar fand auf der Wöchnerinnen-station... :-D! Das 2. Kind habe ich dann tatsächlich ambulant entbunden! Gute Entscheidung, wie ich finde - vor allem, weil ich meine Hebamme bei der Geburt und Nachsorge dabei hatte, so wie ich es mir gewünscht hatte.
    Liebe Grüße
    Anke

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    1. Ja, sowas finde ich auch ideal. Gut, dass man sich in so einem Fall selbst entlassen kann und nicht auf das Wohlwollen der Ärzte angewiesen ist!

      LG, OktoberKind :-)

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  5. Oh mein Gott, beim Lesen habe ich direkt das Gefühl von der Geburt meines Babys gehabt. Das mit dem rollenden Zug über einen hast du vortrefflich beschrieben �� Ich habe nie solche Schmerzen in meinem Leben gehabt. Schön dass es bei dir so "schnell" auf natürlichem Weg ging. Das ist ein Traum . Ich hatte einen Notkaiserschnitt,aber so ist nunmal jede Geburt - anders und immer ein Wunder ☺

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    1. Oh je, das ist echt nicht schön - davor hätte mir auch gegraut... Aber raus kommen sie ja alle irgendwie :-D

      LG, OktoberKind :-)

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  6. Hey ,

    ich bin zwar (noch) keine Mama und kenne diese intensiven Erlebnisse nicht, aber der Bericht ist großartig. Sehr liebevoll geschrieben und sehr nah... danke dafür. Und deiner Familie alles Liebe und Gute!

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  7. ach du liebe, ich habe dich ja noch mit babybauch erlebt und es scheint schon wieder so lange her zu sein. danke, dass du mit uns deine erlebnisse teilst :)
    liebe grüße!

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    1. Ja, Wahnsinn, wie lang das her ist, bald sehen wir uns schon wieder! :-D

      LG, OktoberKind :-)

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