Mittwoch, 21. Dezember 2016

[Babyschnack] Weihnachten mit Kind

Schon viel zu lange ist mein letzter Blogbeitrag her und Weihnachten hämmert inzwischen lautstark an die Tür. Für das Käuzchen wird es mittlerweile schon das zweite Fest.

Während er im letzten Jahr gerade einen Monat alt war und für mich bzw. uns alles extrem neu, sieht das nun natürlich anders aus. Er ist inzwischen 13 Monate alt, läuft und interessiert sich für alles, da war die Vorweihnachtszeit schon etwas Besonderes: plötzlich macht es wieder Spaß, den Lichterbogen anzuschalten, weil sich der Kleine an den Kerzen erfreut oder erstaunt über das Drehen der Weihnachtspyramide ist.
Unseren kleinen Weihnachtsbaum vorm Haus haben wir vor zwei Wochen alle zusammen geschmückt und das Kind hat begeistert an den glänzenden Kugeln gezogen.



Rückblick: Weihnachten mit Säugling



Wie anders war das alles im letzten Jahr!
Mein Mann hatte sich wie üblich sehr aufs Fest mit und bei der Familie gefreut, aber weil der Zwerg damals gerade mal vier Wochen jung war, hatte ich es abgelehnt, wie üblich über die Feiertage weg zu fahren. Gut zwei Stunden Autofahrt und mehrfache Übernachtung an einem anderen Ort hatte ich mir bzw. uns damals nicht zugetraut, vor allem, weil unser Start recht holprig war und ich keine Lust auf den ganzen Feiertagsstress während des Wochenbetts hatte.
Notgedrungen blieben wir zu Hause, und weil ich nicht zum Dekorieren gekommen war, blieb auch unsere Wohnung eher unweihnachtlich. Ich hatte auch absolut keinen Nerv für das ganze Feiertagsgedöns. Es gab kein Festessen und keinen Kirchenbesuch, dafür waren wir via Skype bei der Bescherung der Schwiegerfamilie dabei und am zweiten Feiertag kamen überraschend meine Schwiegereltern mit "Sonntagsessen". Noch nie fand ich ein Weihnachtsfest deprimierender und unfeierlicher, weil so gar keine besondere Stimmung aufgekommen ist und wir keiner unserer Traditionen nachgekommen sind.
Das weihnachtlichste war die Geschenkeflut fürs Baby von der gesammelten Verwandschaft, das damit natürlich noch gar nichts anfangen, geschweige denn selbst auspacken konnte.

Im Nachhinein hätte ich gern ein paar Dinge anders gemacht - versucht, die Zeit etwas ruhiger anzugehen, doch ein bisschen Zeit ins Dekorieren verwendet und das "gute" Geschirr aus dem Schrank geholt und ein paar Servietten dazu gelegt. Dem Baby Weihnachtslieder vorgesungen und mich an einem Familien-Fotoshooting versucht (haben wir in diesem Jahr allerdings auch nicht, weil das Kind keine 10 Sekunden still sitzt, erst recht nicht, wenn er die Kamera in meinen Händen sieht).

Und dieses Jahr? Volle Weihnachtsdröhnugn für das Kleinkind!

In diesem Jahr haben wir alles: Das Haus ist bis in die letzte Ecke dekoriert, wir hören bis zum Erbrechen Weihnachtsmusik, backen Plätzchen und ich machte Massen an Geschenken selbst. Weil man mit einem Kind in diesem Alter weiß, wofür man es macht (naja, vielleicht nicht, was die Plätzchen angeht, die werden gnadenlos ausgespuckt, aber wenigstens ist die Keksschüssel von dauerhaftem Interesse^^).


 Weihnachten mit Kind: Worauf sollte man achten?

Natürlich muss man nun auf mehr Acht geben: der Adventskranz steht auf dem Ofen, weil der Zwerg dort nicht ran kommt, ebenso die anderen Kerzen.
Einen echten Baum haben wir nicht, so kann er keine Nadeln essen (und weil er sich noch immer alles, was ihm zwischen die Finger kommt, in den Mund steckt, würde das zwangsläufig passieren).

Was Süßigkeiten anbelangt, sind wir in der glücklichen Lage, dass unser Kind absolut kein Fan davon ist. Er würde jede Käsescheibe einem Stück Schokolade (oder Keks) vorziehen. Kein Problem also, unsere Schokoadventskalender rumstehen zu haben oder die Keksdose; die wird zwar sehr gern geöffnet und der Inhalt begutachtet, die Plätzchen aber verschmäht. Die können wir dann naschen, während sich das Käuzchen die dazwischen gemogelten Knäckebrotstücke angelt.

Auch die Feiertage selbst werden aufregender und anstrengender. Weil wir über mehrere Tage unterwegs sind, die Bedürfnisse des Käuzchens aber im Vordergrund stehen, muss besser geplant werden. Teilweise wird das Festtagsprogramm umgestellt, weil der Kleine zur Bettgehzeit daheim sein muss und für die Tage, an denen wir auswärts sind, haben wir passende Schlafgelegenheiten für sein Mittagsschläfchen organisiert.

Theoretisch isst er inzwischen am Familientisch mit, ist aber noch ein sehr wählerischer Esser. Für den Fall, dass er mit Karpfen, Wild & Co. nichts anzufangen weiß, habe ich also immer noch Breigläschen parat.

Davon abgesehen wird ihm der Trubel sicher gefallen - erfahrungsgemäß kann er damit inzwischen sehr gut umgehen (bzw liebt ihn sogar; seit einem Monat geht er jetzt schon in die Kinderkrippe und ist zwischen dem Dutzend Kinder richtig aufgeblüht - keine Spur von Eingewöhnungsschwierigkeiten!). Vor einem Jahr wäre das übliche Programm, in das wir traditionsgemäß mit großer Verwandschaft "hinein rutschen" viel zu viel für ihn gewesen - auch wenn es für uns Erwachsene sehr öde war, war es für den Zwerg am besten, zu Hause im kleinen Kreis zu feiern.
Ich bin sehr gespannt, wie dieses Fest wird, denn in dieser Form feiern wir es so zum ersten Mal. Bis zum vorletzten Jahr haben mein Mann und ich Heiligabend jeweils mit unseren Familien verbracht. Am ersten Weihnachtsfeiertag kam er dann zu meiner und zusammen fuhren wir  abends wieder zu seiner, wo wir auch den nächsten Tag verbrachten.
Weil es in meiner Schwiegerfamilie eine Bescherung mit der gesamten, etwa 30köpfigen Familie gibt, werden wir mit dem Zwerg auf Wunsch des Papas nun immer dort sein, abends im kleinen Kreis nur mit Schwieger- und Schwägerfamilie. Dafür dann am 1. Tag bei meiner Verwandschaft. Ich weiß noch nicht, wie ich das finden werde, weil mir so der Teil "Ruhe, Besinnlichkeit und Kirche" abhanden kommt, der für mich mehr zu Weihnachten gehört als "viele Menschen, Trubel und Heiterkeit" - für meinen Mann ist es genau umgekehrt.

Geschenke! Geschenke?

Und was wird das Kind nun vom Weihnachtsmann bekommen? Die Antwort ist - nichts! Zumindest nicht von seinen Eltern. Das Käuzchen hat die komplette Spielzeug- und Kleidungsausstattung von drei Cousins geerbt, da ist so gut wie alles nötige für die nächsten Jahre vorhanden. Da wir im Laufe des Jahres immer wieder etwas kaufen, was uns doch noch nötig oder angebracht erscheint, finden wir es blödsinnig, nur um des Schenkens willen etwas zu besorgen, weil es das Kind eh noch nicht versteht.
Weil die liebe Verwandschaft solche Argumente aber nicht durchgehen lässt, haben wir im Vorhinein ein paar Dinge, die von uns schon vorsorglich gekauft wurden, verteilt (zwischen Weihnachten und Geburtstag im November gibt's ja ne recht lange Durststrecke, in der man aber vielleicht auch ein paar neue Sachen oder jetzt interessante Spielzeuge braucht).
Außerdem immer sinnvoll ist es, sich zusätzlich Geld schenken zu lassen. Davon haben wir schon zwei Paar Lauflernschuhe gekauft, die im aktuellen Lebensjahr nicht die letzten sein werden. Wenn Tante Helga dann in Aktion sieht, wofür sie einen Teil ihrer Rente gespendet hat und dass das Geschenk nicht in der Ecke verstaubt, sondern wirklich genutzt wird, ist das doch doppelt schön.


Wie hat sich euer Weihnachten verändert, seit ihr Kinder habt bzw. was plant ihr, dann anders zu machen? Oder findet ihr, ihr könnt eure Traditionen 1:1 umsetzen?

Wie es bei Hanna und ihrer Familie ist, könnt ihr übrigens hier nachlesen.

Wir wünschen euch ein frohes Fest!



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